Kennzeichnungspflicht
Die drei Schalter des Arbeitsbereichs — ob, wofür und wann das sichtbare Label verbindlich ist.
Ein Arbeitsbereich kann das sichtbare Label verbindlich machen. Die Schalter dafür stehen unter Einstellungen → Defaults, unterhalb der Vorbelegungen — nur für Inhaber und Admin.
Nicht zu verwechseln mit den Vorbelegungen darüber: Die sagen, womit eine neue Ausgabe beginnt. Die Pflicht sagt, was ohne Label nicht mehr geht.
Die drei Schalter
„Label verpflichtend“ — der Hauptschalter. Darunter steht, was er bedeutet: „Ohne Label sind betroffene Derivate nicht herunterladbar.“
„Nur KI-Assets“ / „Alle Assets“ — der Geltungsbereich.
„Schon beim Anlegen verweigern“ — verschiebt die Prüfung vom Download auf das Speichern.
Die beiden unteren sind ausgegraut, solange der Hauptschalter aus ist. Sie bleiben dabei mit der Tastatur erreichbar, damit Screenreader die Erklärung daneben vorlesen können.
Die Regel
Pflicht besteht, wenn „Label verpflichtend“ an ist und entweder der Geltungsbereich „Alle Assets“ lautet oder das Asset laut Manifest eine KI-Herkunft trägt. Steht der Hauptschalter aus, wird der Geltungsbereich nicht gelesen.
„KI-Herkunft“ ist keine Vermutung. Gemeint sind genau zwei festgelegte Herkunftsangaben, die unverändert aus dem Manifest übernommen werden — verstag rät nicht und schaut sich das Bild nicht an.
Daraus folgt der wichtigste Unterschied zwischen den beiden Geltungsbereichen: „Alle Assets“ deckt auch Assets ab, deren Herkunft nie festgestellt wurde — also alles, was weder als KI erkannt noch als Nicht-KI belegt ist.
„Alle Assets“ wirkt rückwirkend
Der Wechsel auf „Alle Assets“ sperrt bereits vorhandene Ausgaben. Derivate ohne Label, die gestern noch heruntergeladen werden konnten, sind ab dem Speichern gesperrt. Die Oberfläche sagt es in einer Warnzeile unter der Auswahl.
Zwei Feinheiten dazu:
- Die Warnzeile erscheint bei jedem Öffnen der Seite, solange die Pflicht an ist und der Geltungsbereich auf „Alle Assets“ steht — nicht nur im Moment des Umschaltens.
- Sie erscheint nicht, solange die Pflicht aus ist — auch dann nicht, wenn „Alle Assets“ gewählt ist.
Der Wechsel bekommt eine eigene Zeile im Prüfprotokoll.
Beurteilt wird beim Download die Herkunft, die das Derivat beim Anlegen mitbekommen hat — nicht eine frisch gelesene Asset-Provenienz.
Was gesperrt wird und was nicht
Der Download eines Derivats ohne Label wird abgelehnt, und der Nutzer liest: „Die Kennzeichnungsvorgabe dieses Arbeitsbereichs verlangt ein sichtbares Label.“
Nicht gesperrt sind zwei Dinge — die Pflicht gilt dem gerenderten Bild, nicht seinem Nachweis:
- Das C2PA-Manifest bleibt herunterladbar, auch wenn das Derivat gesperrt ist.
- Das Original bleibt herunterladbar.
Ein abgelehnter Download hinterlässt keine Zeile im Content-Credentials-Protokoll. Ein erlaubter Download schreibt dagegen mit, unter welcher Richtlinie er beurteilt wurde: ob das Derivat ein Label trug, ob die Pflicht galt und mit welchem Geltungsbereich.
Was du im Editor davon siehst
Der Label-Schalter verschwindet vollständig, sobald die Pflicht für dieses Asset greift. An seiner Stelle steht: „Das Label ist durch die Tenant-Policy vorgeschrieben — ohne Label bleibt dieses Derivat nach dem Rendern nicht herunterladbar.“
Unter der Pflicht wird das Label nicht nur unabschaltbar, sondern aktiv eingeschaltet — auch dann, wenn die gespeicherte Vorbelegung „aus“ sagt. Erzwungen wird immer nur „an“, nie „aus“, und nur, wenn überhaupt eine Label-Familie existiert.
Im Stapel gilt eine gröbere Regel
Der Stapel-Assistent liest nur den Hauptschalter und ignoriert den Geltungsbereich. Steht die Pflicht an, ist das Label für den ganzen Stapel fest an.
Der Hinweissatz dort nennt immer KI-Assets, unabhängig vom Geltungsbereich: „Das Label ist durch die Tenant-Policy vorgeschrieben — KI-Assets ohne Label bleiben nach dem Rendern nicht herunterladbar.“
Eine an der Pflicht gescheiterte Zelle behält ihr Ergebnis und wechselt das Statusschild auf „Fertig, nicht herunterladbar“. Der Grund steht daneben: „Kennzeichnungspflicht — Download ohne Kennzeichnung ist gesperrt.“
Beim ZIP-Export wird eine gesperrte Datei namentlich mit Grund in einer Datei
HINWEIS.txt im Archiv geführt.
Die Sperre wird bei einem erneuten Versuch neu bewertet — der Arbeitsbereich kann die Pflicht inzwischen gelockert haben.
Der dritte Schalter
„Schon beim Anlegen verweigern“ ist standardmäßig aus. Ohne ihn entstehen Derivate ohne Label ganz normal, und erst ihr Download wird verweigert; mit ihm scheitert bereits das Speichern mit „Für dieses Asset ist ein Label verpflichtend.“
Im normalen Ablauf löst er nicht aus, weil Editor und Stapel den Schalter unter der Pflicht ohnehin einrasten lassen.
Video erreicht die Richtlinie nicht
Ein Video-Derivat trägt immer ein Label — der Video-Editor zeigt den Schalter gar nicht. Die Richtlinie wird dem Video-Editor deshalb nicht übergeben.
Was ohne gespeicherte Einstellung gilt
Die Pflicht antwortet mit „verpflichtend“, wenn kein Eintrag existiert oder er beschädigt ist. Ein Arbeitsbereich muss sich also ausdrücklich abmelden.
Geltungsbereich und Anlege-Sperre antworten mit „Nur KI-Assets“ und „aus“.
Die Richtlinie zu lesen ist jeder Rolle erlaubt, anders als die Einstellungen selbst.
Protokoll
Jede der drei Änderungen schreibt eine eigene Zeile, unter eigenem Namen, und nur dann, wenn sich der Wert geändert hat:
- „Label-Pflicht geändert“ · Detail:
optional → enforced - „Label-Geltungsbereich geändert“ · Detail:
ai → all - „Label-Sperre beim Anlegen geändert“ · Detail: „Nein → Ja“
Die ersten beiden zeigen die technischen Werte, die dritte deutsche Wörter.