Einen Befund lesen

Die drei Ausgänge, ihre Anzeige an zwei Stellen und die drei Zustände davor.

Ein Befund hat drei mögliche Ausgänge. Angezeigt wird er an zwei Stellen: als Statuskennzeichen auf der Ergebniskarte und im Kopf der Asset-Ansicht, und als Siegel auf der Kachel in der Bibliothek, die in der Seitenleiste „Library“ heißt.

Die drei Ausgänge

Auf dem Ergebnis und im Asset-KopfAuf der Kachel in der BibliothekWas es heißt
Content Credentials geprüftVerifiziertGültig und der Aussteller steht auf der anerkannten Liste. Herkunft und Bearbeitungshistorie sind kryptografisch bestätigt
Signiert · Aussteller unbekanntNicht vertrauenswürdigGültig, aber der Aussteller ist nicht auf der Liste. Die Angaben lassen sich nicht verlässlich bestätigen — kein Beweis für Manipulation, aber auch keine Bestätigung
Ohne Content CredentialsOhne NachweisEs ist kein gültiger Herkunftsdatensatz in der Datei. Ist gar keiner vorhanden, ist das kein Mangel — die meisten Dateien tragen keinen

Dieselbe Datei trägt auf der Ergebniskarte „Signiert · Aussteller unbekannt“ und auf ihrer Kachel „Nicht vertrauenswürdig“.

„Nicht vertrauenswürdig“ sagt, dass der Unterzeichner nicht auf der Liste steht. Über die Datei selbst sagt es nichts, in keine Richtung.

Die drei Zustände vor dem Befund

Vor dem Befund kennt die Kachel drei Zustände:

  • „Ausstehend“ — hochgeladen, aber noch nicht geprüft. Die Prüfung lässt sich über das Kachelmenü oder den Editor starten.
  • „Verify läuft …“ — die Prüfung läuft im Hintergrund; der Status aktualisiert sich von selbst. Auch bei geschlossenem Tab wird sie zu Ende geführt.
  • „Verify fehlgeschlagen“ — die Prüfung konnte nicht abgeschlossen werden. Erneut versuchen ist hier der richtige Griff.

Im Kopf der Asset-Ansicht fallen die drei zu einem einzigen Statuskennzeichen zusammen: „Nicht verifiziert“. Es liegt dann noch kein Befund vor. Welcher der drei Zustände dahintersteckt, sagt das Siegel auf der Kachel.

„Nicht verifiziert“ und „Nicht vertrauenswürdig“ sind zweierlei: Das eine heißt, dass die Prüfung noch aussteht, das andere ist ein fertiger Befund über den Aussteller.

„Ausstehend“ und „Ohne Nachweis“

„Ausstehend“ heißt: noch nicht geprüft. Es fehlt ein Ergebnis.

„Ohne Nachweis“ heißt: geprüft, und die Datei trägt keinen gültigen Herkunftsdatensatz. Das ist ein abgeschlossenes Ergebnis; erneutes Prüfen ändert daran nichts.

Das Kachelmenü bietet die Prüfung darum nur bei „Ausstehend“ und bei „Verify fehlgeschlagen“ an — und auch dort nur, solange die Originaldatei noch vorliegt. Ist sie nach Ablauf der Aufbewahrungsfrist gelöscht, entfällt der Eintrag ebenfalls.

Die Einzelangaben unter dem Statuskennzeichen

Die Ergebniskarte führt darunter eine kurze Liste: Manifest (vorhanden oder nicht vorhanden), Signatur (strukturell gültig oder ungültig), bei vorhandenem Zertifikat dessen Seriennummer, die inhaltliche Einstufung als Quelle, die Größe und die Prüfsumme SHA-256.

Der dritte Ausgang hat zwei Wege, und die Liste ist das Einzige, was sie trennt. Steht bei „Manifest“ „nicht vorhanden“, trägt die Datei keinen Herkunftsdatensatz — der Normalfall. Steht bei „Manifest“ „vorhanden“ und bei „Signatur“ „ungültig“, wurde ein Manifest gefunden, das die Integritätsprüfung nicht bestanden hat: Die Integrität der Datei lässt sich dann gegen ihr eigenes Manifest nicht bestätigen. Beide Fälle tragen dasselbe Statuskennzeichen „Ohne Content Credentials“ — sieh dir die Liste an.

Bemerkt wird eine Veränderung nur an einer Datei, die ihren Herkunftsdatensatz behält. Wird er beim Bearbeiten entfernt — was viele Werkzeuge beiläufig tun —, ist die Datei von einer, die nie einen hatte, nicht zu unterscheiden.

„Strukturell gültig“

Strukturell gültig heißt: Die Signatur ist unversehrt und der Datensatz wohlgeformt. Mehr nicht. Ein selbstsigniertes Manifest ist strukturell gültig — jeder kann eines erzeugen.

Die Vertrauensfrage beantwortet ein zweiter Durchlauf gegen die offizielle Liste anerkannter Aussteller und Zeitstempeldienste. Nur ein ausdrücklich positives Signal führt zu „Verifiziert“; fehlt es, gilt die Datei als nicht vertrauenswürdig — auch dann, wenn der Durchlauf gar nicht stattgefunden hat.

Was dieser zweite Durchlauf zu melden hat, steht über dem Ergebnis im Kasten „Vertrauensprüfung“; die Stufen und ihre Folgen stehen unter Die sechs Hinweisstufen.

„Von verstag signiert“

Über dem Ergebnis kann ein Kasten stehen: „Von verstag signiert“, darunter „Das aktuelle Manifest dieser Datei wurde von verstag erstellt und signiert.“

Der Kasten erscheint für Dateien jedes verstag-Kunden, nicht nur für die deines Arbeitsbereichs, und er sagt nur, wer das aktuelle Manifest erzeugt hat. Voraussetzung ist außerdem eine strukturell gültige Signatur.

Das Statuskennzeichen „KI-Quelle“

Neben dem Befund kann ein zweites Statuskennzeichen stehen: „KI-Quelle“. Es erscheint bei genau zwei Angaben aus der Datei — „Mit generativer KI erzeugt“ und „Mit generativer KI bearbeitet“.

Die Angabe stammt aus der Datei selbst und wird beim Import übernommen; verstag erfindet sie nie. Ihr Fehlen ist keine Aussage über die Entstehung — die meisten Dateien tragen sie nicht.